Isabell Hiekel

Mitglied des Landtages Brandenburg

Segelfalter (Iphiclides podalirius)
Präsenztag im Lausitzbüro

Pressemitteilung zur Veranstaltung am 21.05.2019 Volksinitiative zur Erhaltung der Artenvielfalt in Lübben vorgestellt

2019 07 18 Omnibus für ArtenvielfaltDie Naturfotografin Annelie Krämer von der Fachgruppe Entomologie des NABU Berlin brachte es in ihrem Vortrag am Dienstag auf dem Punkt. „Insekten haben sich seit 240 Mio. Jahre auf der Erde entwickelt. Und der Mensch hat in nur 100 Jahren geschafft, dass sie kurz vor der Ausrottung stehen. Mit fatalen Folgen: Sterben die Insekten, stirbt auch der Mensch.“

Etwa 50 Menschen hatten sich am Dienstag, den 21. Mai im Rathaus Lübben versammelt, um sich über die Volksinitiative der Umweltverbände in Brandenburg zu informieren. Zu Beginn der Veranstaltung stellte der NABU-Landesvorsitzende Friedhelm Schmitz-Jersch in einer Videobotschaft heraus, dass die Veränderungen in der Landnutzung und der hohe Pestizideinsatz hauptursächlich für den Rückgang der Artenvielfalt sind.  

„Insbesondere in den letzten 25 Jahren ist auch in Brandenburg ein massiver Rückgang von Arten der Agrarlandschaft festzustellen“, berichtete Isabell Hiekel: „Der Verlust unserer biologischen Vielfalt ist längst kein Nischenthema mehr. Etwa die Hälfte der brandenburgischen Käfer-, Schmetterlings- und Hautflügerarten (auch Wildbienen) sind inzwischen bestandsgefährdet. Bei den Vögeln der Agrarlandschaft und den Amphibien sieht es ähnlich aus.“ Arnulf Weingardt berichtete, dass neben Fröschen und Schlangen besonders Lerchen, Bekassinen oder Kiebitze so gut wie verschwunden sind. Auch der Brutbestand des Weißstorchs im Spreewald ist in den letzten 10 Jahren um 30 % zurückgegangen, was mit der neuerdings sehr geringen Jungenzahl wegen Nahrungsmangels erklärt werden kann. Und auch der Storch lebt neben Amphibien von Insekten, besonders von Heuschrecken. 

Mit der Volksinitiative fordern die Initiatoren unter anderem, dass in Naturschutzgebieten und FFH-Gebieten sowie in einzurichtenden 10 m breiten Gewässerrandstreifen keine Pestizide eingesetzt werden dürfen.  Landeseigene Flächen sollen naturverträglich bewirtschaftet werden und auch in den Kommunen sollen weniger Pflanzenschutzmittel, aber insektenfreundlichere Beleuchungsanlagen zum Einsatz kommen.

Eine Schwerpunktforderung liegt in der Änderung der Agrarförderpolitik. Naturverträgliche Wirtschaftsweisen müssen besser honoriert werden, fordern die Vertreter von NABU und BUND.

Die Volksinitiative will bis zur Landtagswahl am 1. September 25.000 Unterschriften sammeln, und damit Gesetzesänderungen im nächsten Landtag zum Erhalt der Artenvielfalt einzufordern. Am Dienstag wurde dafür in Lübben ein Mosaikstein gelegt. Weitere Infos gibt es unter www.artenvielfalt-brandenburg.de  

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